vendredi 27 juillet 2007
27.07
Beim Reiten war es heute mit 3 Reitern auf dem Platz, die alle ziemlich gleichzeitig aufstiegen, eigentlich recht voll, es ging aber gut vonstatten. Wir haben eine Stelle, wo wir mit der Längsbiegung sehr aufpassen müssen, und das ist die Ecke vom Tor. Ich habe festgestellt, dass ich da manchmal versäume, Pinocchio rechtzeitig vorzubereiten, weil ich selber "raus" gucke. Als mir das bewusst wurde, ging es auch an dieser Ecke besser! Pinocchio hat das mit der Längsbiegung und mir auf ihm verstanden, und ich habe das mit der Längsbiegung und ihm unter mir verstanden. Mir ist aufgefallen, dass ich manchmal die Gerte zur Hilfe nehme, indem ich sie an sein Hinterteil halte und gleichzeitig meinen Ringfinger und meinen Sitz einsetze. Ich denke, das ist eine Art des "Seite zumachen", aber auch gleichzeitig das ihn erinnern: ach ja, und jetzt Längsbiegung, unter den Schwerpunkt treten, alles klar.... Ich bin weiterhin sehr glücklich, wie die Kommunikation vor jeder Ecke neu entsteht und funktioniert.
Auch heute bin ich wieder getrabt, da heute die Steigbügel einen Tick kürzer waren als gestern, und sicher auch weil wieder ein Tag alles sacken konnte, ging es im Leichttraben schon besser, und mit dem Aussitzen klappte es für einige Tritte auch schön, dann fing leider mein Gewackel wieder an. Mir ist bewusst, dass das mit meinem Sitz zu tun hat, und Frau Sander erklärte mir hinterher, dass ich noch (ganz minimal) im Hohlkreuz bin, bzw meinen Bauchnabel noch einen Millimeter heben sollte.
Ich durfte heute auch galoppieren, das war wieder, als säße ich auf einem Schaukelpferd! Ich hab mich wieder selber erinnern müssen, nicht zu sehr nach vorne zu fallen. Ein Mal ist er mir aus dem Hufschlag gegangen, er wollte gerne hinter Anna her, die gerade zum Auslauf gebracht wurde. Ich habe ihn in der nächsten Runde da wieder galoppieren lassen und ganz genau die Zeichen gesetzt, dass wir auf dem Hufschlag bleiben, und ging einwandfrei!
Womit wir heute einige Schwierigkeiten hatten, war das Anhalten, das ich eigentlich öfter einbauen wollte, um ihn zum Schlecken zu bringen. Da er nicht so recht anhalten wollte, haben wir das nur 3x gemacht, da aber dann mit Schleckerfolg! Am Ende hatte er wieder Schaum um das Maul, hatte mehrfach gestöhnt und geschnaubt, und wir waren sehr zufrieden!
Ein schöner letzter Ritt... Danke für alles, Pinocchio, du warst ein geduldiger und ehrlicher Lehrer!
jeudi 26 juillet 2007
26.7.


Wir hatten heute wieder einen schönen Tag, Pinocchio und ich! Im kleinen Viereck hab ich nach einer Aufwärmphase wieder an der Longe mit ihm gearbeitet. Dabei hat uns zunächst sehr stürmischer Wind beide verunsichert, ich hatte kurzzeitig überlegt, abzubrechen, weil ich immer gewartet habe, dass zu einer Sturmböe noch ein Blitz und Donner kommt, aber nach 2 oder 3 Minuten hatte sich das gelegt, und wir gingen die Genickstellung von Pinocchio an! Ich habe gerade im Kommentar von Frau Sander gelesen, dass ich die Genickstellung selber überwachen kann - ja, das stimmt! Allerdings erst seit wenigen Tagen. Ich weiß nicht, wieso ich die vorher nicht gesehen habe.... Bzw hatte ich beim Freilauf ja auch nie das Genick in Beobachtung / in meinem Einflussbereich, ich habe immer nur auf das innere Hinterbein geschaut und es notfalls an sich erinnert.... Ich hatte heute schon im Viereck den Gedanken, dass es seltsam ist, dass ich jetzt sehe / spüre, wenn Pinocchio das Genick stellt, vorher nicht.... Und heute hatte ich zunächst gesehen, dass das nicht der Fall war,ich habe mir also Zeit genommen und ihm wieder den Kopf gehalten und den Finger seitlich ins Maul gesteckt... das wirkte erst nach einigen Momenten, aber es wirkte, und ich bin sehr froh, diese Hilfe gelernt zu haben. Pinocchio hat auch ab und an den Kopf erst weiter nach außen, dann aber nach innen gemacht... es erinnerte mich an die Pausen, die in dem Zilgrei-Buch beschrieben werden... Pausen sind nützlich und wichtig, denn da wirkt, was vorher gemacht wurde.... Wir haben glaub ich länger gestanden und das Genick gestellt als dass Pinocchio gegangen ist, aber wenn er ging, dann mit gestelltem Genick!
Beim Reiten habe ich weiter darauf geachtet, meinen Körper und meine Augen für die Längsbiegung einzusetzen.... Ich war heute in einem Moment überrascht, ich wollte wenden und während ich dachte, dass ich wenden will, setzte automatisch meinen Körper ein, ohne vorher darüber nachzudenken, und die Wendung war nach meinem Empfinden die beste, die wir beide in den gemeinsamen Wochen geschafft haben! Das ist auch lange her, dass ich denke, dass ich was will und es gleich sofort umgesetzt wird....
Ich durfte heute ja auch wieder traben. Ich war ein bisschen verärgert über meinen Sitz, die Beine sind schlimm hin und her gewackelt. Aber mit dem Tipp von Frau Sander, die Beine wieder ein bisschen mehr auszudrehen und an die tiefen Hacken zu denken, klappte es besser!
Wir sind am hängenden Zügel getrabt, und es hat wieder großen Spaß gemacht. Keine Probleme, wie ich atmen soll, keinerlei Schmerzen....
Pinocchio hat wieder sein übliches Gestöhne und anschließendes Schnauben gemacht.... Ich freue mich richtig im Herzen, das zu hören!
Wir haben heute darüber gerätselt, warum ich diese Zeit hatte, wo gar nichts geklappt hat.... Verschiedene Möglichkeiten kommen mir in den Sinn, sicher ist es eine Kombination von allem. Einerseits die Lehrer-Schüler-Sache... Ich, die ich einen Lehrer brauche und wünsche und erwarte, und Frau Sander, die sagt, hier sei kein Lehrer angedacht und sie übernehme nicht die Verantwortung, nur ich könne das tun. Ich verstehe ihre Haltung, und doch habe ich den Wunsch nach einem Lehrer. Und seit ich mehr von Frau Sander als Lehrer gespürt und erfahren habe, ging es prompt besser...
Ein weiterer Punkt: Ich habe viel mit Sophia gesprochen, weil ich vieles immer wieder nachfragen musste und wollte, so sind viele Probleme gar nicht bei Frau Sander gelandet...
Was auch auffällig ist: die Schwierigkeiten beginnen ziemlich exakt nach dem Tag, an dem mir die "mörderische Hand" nachgesagt wurde. Da scheint so viel in mir losgetreten worden zu sein... Von Ängsten über Vorwürfen zu Verzweiflung... Und nicht zuletzt: es ging mir nach ca 2 Wochen zusehends psychisch schlechter. Probleme haben wir alle, wir alle haben Pakete zu tragen. Manchmal ist es aber weniger ein konkretes Problem, als vielmehr ein Zustand der Seele, der einem zu schaffen macht. Auf Grund von äußeren Problemen und dem Ignorieren gewisser Grenzen ging es mir zusehends schlechter und schlechter, Kloß im Hals, "grundloses" weinen, Überempfindlichkeit, Schlaflosigkeit... das alles sind Warnzeichen, die ich nur zu gut kenne. Wenn die Seele sich - aus welchen Gründen auch immer - verletzt zurückzieht und das Bewusstsein dadurch verändert wird, wie soll es dann mit der Arbeit auf dem Pferd klappen? Wenn nicht mal die Zusammenarbeit zwischen Seele und dem eigenen Körper klappt? Dieses Problem bin ich mit verschiedenen Mitteln angegangen; homöopathisch, verhaltensänderungstechnisch, gesprächstechnisch. Und seit ich da wieder Stabilität reingebracht habe, geht es auch wieder sehr viel besser mit dem Reiten! Jetzt sind es die "üblichen" Probleme, und die, wie schon erwähnt, hat jeder! Das hindert nicht am Reiten!
Und, was nicht von der Hand zu weisen ist: ein weiteres theoretisches Durchkauen der Vorgehensweise. Am Montag Vormittag haben wir uns hingesetzt und noch mal die Schiefe und die Geraderichtung, die Probleme auf der linken und rechten Hand und ihre "Lösung" besprochen, und diesmal ist es nicht nur im Kopf, sondern auch tiefer angekommen. Und wenn der Reiter es verstanden hat, hat das Pferd es auch verstanden....
Abschließend will ich auch nochmal auf die Wichtigkeit des Physiotherapeuten hinweisen, und auch die Rückenübung, die ich jetzt regelmäßig mache. Ich hätte viel früher Hilfe für meinen Rücken holen sollen, aber naja, es war ja nicht ganz zu spät! Er hat es in meinem Rücken kräftig knacken lassen, und auch wohltuend und entspannend massiert. Das löst ja auch viele Blockaden!
Ich möchte hier auch auf einen weiteren Blog von Sophia verweisen:http://sthorecherchen.blogspot.com/
Der Post vom 16.5.07 beschreibt die Rückenübung!
mercredi 25 juillet 2007
25.07.
Pinocchio und ich haben wirklich große Schritte geschafft in unserer Zusammenarbeit!
Wir haben heute mit der Arbeit im kleinen Viereck begonnen. Zu meinem großen Glück erschien Frau Sander genau in dem Moment, als ich mit der Arbeit beginnen wollte, so konnte sie mir wieder zur Seite stehen! Nach dem Aufwärmen nahm ich Pinocchio an die Longe, und bevor ich irgendwas anfing, wollte ich mit ihm die Kopfhaltung üben, so, wie ich es bei Frau Sander gesehen hatte. Zum Glück war sie anwesend, so konnte sie mich darauf hinweisen, dass ich zusätzlich nicht nur den Kopf in die Richtung "schieben" und "drücken" sollte (in Wirklichkeit geht es natürlich sanfter zu als mit diesen Worten beschrieben!), sondern auch einen Finger zur Stimulierung in sein Maul stecken. So schleckte und kaute er, und plötzlich war auch der Kopf mit der Genickstellung da! Zusätzlich ein sanftes Zupfen an der Longe, und alle waren zufrieden!
Ich bin anschließend geritten, zunächst ganz alleine. Ich war im Wechselbad der Gefühle - ich wünschte mir, dass Frau Sander mich heimlich beobachtet und sieht, wie toll wir die Längsbiegung hinbekommen, dann wieder wünschte ich mir, dass sie nicht käme, denn dann ginge bestimmt alles schief... Ich war begeistert von Pinocchios Ohren, er war sehr aufmerksam und auf mich gerichtet . Ab und an musste ich ihn daran erinnern, vorwärts zu gehen. Als Frau Sander kam und uns zuschaute (worüber ich mich sehr gefreut habe, auch trotz der vorigen Sorge!) , passierte uns ein Missgeschick: ich wollte eine tolle Längsbiegung, Pinocchio verstand das als Zeichen zum Wenden! Aber ich bin trotzdem zufrieden mit unserer gemeinsamen Leistung, und vor allem mit dem Beweis der Erkenntnis, dass es nichts nützt, dem Pferd auf Augen und Ohren zu starren, wenn man die Längsbiegung erreichen will! Noch bevor Frau Sander kam, stöhnte und ächzte Pinocchio, um anschließend schön abzuschnauben! Deshalb war ich froh, dass auch in Frau Sanders Anwesenheit alles so lief, dass wir guten Gewissens Schluss machen konnten - nicht, ohne vorher noch mit Erlaubnis 2 Längsseiten auf je einer Hand zu traben! Ich bin so glücklich, denn: keine Rückenschmerzen, keine Atemnot, und Pinocchio ging trotz meines nicht so tollen Sitzes im Trab vorwärts! Ich denke, das habe ich dem Masseur, aber auch der weiter entwickelten Lehrer-Schüler-Beziehung zwischen Frau Sander und mir - und dadurch auch Pinocchio und mir - zu verdanken!
Wir haben nicht abschließend im Viereck gearbeitet, denn gestern war es wohl doch zu viel für ihn!
Etwas hab ich noch vergessen. Mir ist eine frühere Situation eingefallen: ich hatte immer mit einer Fuchsstute gearbeitet. An der Longe hab ich viel das Wort "komm" gebraucht, wenn sie besser vorwärts gehen sollte Mir war das gar nicht so aufgefallen, erst, als meine Freundin sie mal in meiner Abwesenheit longierte, kam es heraus: Sie fragte mich, ob ich oft das Wort "komm" benutzte, darauf hätte Fuchsia so gut reagiert. Mir fiel das also wieder ein, und ich brauchte nicht lange überlegen: Frau Sander benutzt das Wort "hallo", um Pferde zu erinnern, also hab ich das Wort übernommen. Ich denke, das hat funktioniert: wenn die Längsbiegung nicht so recht kam, hat öfter das leise, fragende, aufmunternde "Hallo!" geholfen!
24.07.
Beim Reiten filmte mich Frau Sander, wir werden die Aufnahmen morgen gemeinsam besprechen. Das wird eine weitere große Hilfe sein, für die ich sehr dankbar bin.
Beim Reiten habe ich mir Mühe gegeben, die Gesäßmuskeln nicht anzuspannen. Außerdem habe ich darauf geachtet, schon vor den Ecken Hals und schultern zu wenden. Zunächst hatte ich immer noch die Augen von Pinocchio im Blick, habe mich dann aber davon gelöst: wenn ich sehe, dass ich nicht sein inneres Auge sehe, dann ist es für diese Ecke eh zu spät; wenn ich aber vorher meinen Blick erweiter und meinen Hals und meinen Blick so habe, dass ich weit vor mir schaue, wo ich hin will, dann helfe ich Pinocchio damit.
Das hat dazu geführt, das ich das Gefühl hatte, sehr aktiv zu reiten, und schließlich schnaubte Pinocchio auch ab. Er hatte auch wieder ein bisschen Schaum um das Maul!
Abschließend habe ich ihn im kleinen Viereck noch traben und angaloppieren lassen, das hat sehr schön geklappt; er ist zu Beginn ein bisschen langsam getrabt, das konnte ich aber gleich beheben, sodass er schon bald sehr schön trabte: das innere Hinterbein war gut gesetzt, und das Angaloppieren schien ihm sowohl zu gefallen als auch gut zu tun! Er hat auch dabei viel gekaut, und er hat nach einem langen Gestöhne schön abgeschnaubt!
Am Ende der gemeinsamen Arbet waren wir beide sehr zufrieden!
lundi 23 juillet 2007
23.07.
Dank der mail war jetzt mein Fahrplan klar. Ich habe zunächst mit Pinocchio im Viereck einen kleinen Freilauf gemacht, ihn anschließend longiert. Ich habe diesmal nicht nur ausschließlich auf das jeweilige innere Hinterbein geachtet, sondern auch die Kopfhaltung beobachtet. Wohin schaut er? Dreht er den Kopf nach außen weg? Wie sitzt der Hals? Ich habe festgestellt, dass er nach einigen Anlaufschwierigkeiten (stolpern und unsicheres Gehen), wahrscheinlich wg des sehr nassen Bodens, recht gut ging, das innere Hinterbein war gut unter den Schwerpunkt gesetzt. Gleichzeitig war auf beiden Händen deutlich, dass er ganz viel nach außen schaut. An der Longe habe ich versucht, das durch leichtes Zupfen an der Longe zu korrigieren, das half dann kurz - mal halbherzig, mal so, dass ich sehr zufrieden war.
Nach einer großen Regenpause und nachdem Pinocchio Rahel noch auf seinem Rücken hatte, durfte ich dann aufsteigen.
Mit dem Sattel gab es heute ein Problem, der muss schon gleich zu Beginn richtig verrutscht sein; ich hatte dadurch das Gefühl, dass der linke Steigbügel kürzer war als der rechte, bzw konnte ich meine Beine nicht beidseitig gleich halten.
Was mich unglaublich gefreut hat: Frau Sander ritt eine Weile hinter mir und sagte mir, woran ich jetzt denken muss / was gerade nicht klappt oder klappt. Ich habe das Gefühl, dass ich endlich den Schritt von der Theorie in die Praxis mache. Ich bin noch nicht sensibilisiert genug, um zu spüren, ob das innere Hinterbein unter den Schwerpunkt tritt, aber das kann auch gar nicht so schnell kommen. Immerhin habe ich jetzt für jede Ecke einen Fahrplan, für jede Hand die Order, wie ich was beheben kann, und ich habe auch sofort immer die Rückmeldung bekommen, ob meine Hilfen angekommen sind. Natürlich ist klar, dass das ein Umweg ist, ich muss am Pferd spüren, ob es ankommt, und Frau Sander kann nicht immer hinter mir her reiten. Aber ich denke, dass heute ein wichtiger Schritt dadurch passieren konnte.
Jeder Mensch ist anders, jedes Pferd, jeder Lehrer, jeder Schüler, jeder Reitlehrer, jeder Reitschüler. Ich habe heute Frau Sander nicht nur als ausgezeichnete Theorie-Lehrerin, sondern eben auch als große Hilfe in der Praxis erleben dürfen, und ich glaube, genau das war und ist es, was ich brauche. Es gibt ja verschiedene Lerntypen, und ich stelle immer wieder fest, dass ich in hohem Maße ein personenorientierter Lerntyp bin. Nur an der Person des Lehrers hing es, ob ich mir z.B. im Matheunterricht Mühe gab oder nicht. Das hat Nach- und Vorteile. Und zum Glück ist ein Mensch ja auch nicht nur EIN Lerntyp, sondern ein Gemisch, nur eben manches tritt stärker hervor. In meinem Fall heißt das, dass ich zwar akkustisch und optisch eine Menge aufnehmen kann, aber "fluppen" tut es erst so richtig, wenn da noch die Beziehung zu der Person stimmt, die mir etwas beibringt. In der Theorie war das schon der Fall, in der Praxis fühlte ich mich bisher allein gelassen. Auch wenn Frau Sander nicht die Zeit hat, mir immer hinterher zu reiten und zu kommentieren, ich habe heute die "Praxis-Person" erleben dürfen und kann jetzt besser mit vielem arbeiten und umgehen. Danke!
dimanche 22 juillet 2007
Die letzte Woche
Zum dem Freilauf lässt sich zusammenfassend sagen, dass beim ersten Freilauf Anisettes große Lauffreudigkeit auffiel, sie nutzte jede Gelegenheit zu galoppieren, je schneller, desto zufriedener sah sie aus. Beim zweiten Freilauf fiel mir besonders auf, dass Mira seinen Hals sehr oft sehr tief machte und also seinen Rückenmuskel dehnte. So ausgiebig hatte er das schon eine Weile nicht getan. Beim dritten Freilauf war eine äußerst schlechte Stimmung in der Gruppe, Padan zickte viel rum, besonders mit Flitzer, aber auch Anisette musste mehrfach sehr deutlich machen, wer der Chef ist. Die ganze Gruppe war schlecht gelaunt; es lag wahrscheinlich auch daran, dass ein Rest Heu im Auslauf lag, um den sich die Pferde stritten, bevor es los ging; sie waren dann natürlich auch hungrig. Heute war der Freilauf ohne Mira; Anisette war wieder bedeutend gelassener und munterer; auch Padan reichte es, nur ab und an die Ohren anzulegen (auch wieder viel gegen Flitzer). Ich finde, dass Flitzer sehr stark abgenommen hat, man kann seine Rippen sehr deutlich sehen.
lundi 16 juillet 2007
Hufschlagturbulenzen
Wir haben uns wegen der Bahnregeln in die Haare bekommen. Oder eigentlich nicht genau wegen der Bahnregeln, ich hatte folgende Bitten:
wenn man mit einem Pferd gerade nicht arbeitet, bitte sich nicht schräg mit ihm über den Hufschlag stellen
bitte nicht, während andere reiten, auf dem Reitplatz spielen, v.a., wenn eine der spielenden Personen erst 4 Jahre alt ist
bitte, bevor man vom Putzplatz oder aus der Stallgasse etc kommt, vorher schauen, ob da vielleicht gerade jemand in der Bahn ist, den man vorher noch vorbei lassen kann
Ich habe diese Bitten aus folgenden Gründen in meinem Herzen:
hohe Unfallgefahr für die Spielenden, v.a. wenn sie so klein sind
Unfallgefahr auch für alle anderen, da evt Vollbremsungen oder riskante Ausweichmanöver nötig sind
ich versuche, was zu lernen, was zu trainieren, was umzusetzen; es sollte meiner Meinung nach möglich sein, dazu auf dem Pferd in der Bahn / auf dem Platz eine Arbeitsatmosphäre aufbauen zu können, die zumindest nicht durch Unnötigkeiten gestört wird
Die Unfallgefahr besteht übrigens, egal, ob gute Reiter oder Anfänger auf dem Platz sind; denn es sind viele Komponenten beteiligt – Reiter, Pferd, Kind, Pech / Zufall....
Als Argumente gegen meine Bitten sind folgende gekommen:
es ist peinlich, darüber zu reden
später werde ich mal darüber lachen
auf Ausritten muss man auch ständig mit allem rechnen
ich sollte ja vorausschauend reiten, denn der Reiter denkt mit, und wenn ich vorne ein Pferd sehe, das einfach im Weg steht, dann bereite ich eben vor, dass ich es „um-reite“, also ausweiche.
Meine Probleme bei solchen Argumentationen (das "peinlich" mal ausgelassen):
mag sein, dass ich später darüber lache, mag sein, dass nicht; das ist aber keine Problemlösung, keine Hilfe
ich bin nicht auf dem Ausritt, wo ich mit allem rechnen muss, sondern ich bin auf dem Platz, u.a., weil ich Anfänger bin / auf der Leitung stehe und mein Pferd nicht an meine Hilfen bekomme; genau deshalb soll ich auf gesichertem Terrain reiten, sprich, auf dem Platz
wo ist die Rücksichtnahme?
Ich habe versucht zu veranschaulichen. Da die Diskussionsteilnehmer sicher waren, dass ich die oben genannten Bitten nicht mehr habe, wenn ich richtig reiten kann und mein Pferd im Griff habe (bzw dass man meine Probleme gar nicht hat, wenn man zunächst in der freien Natur reiten lernt), habe ich das Fahrrad als Beispiel genommen - stark kritisiert, denn das Pferd ist keine Maschine / kein Gerät; in anderem Zusammenhang werden aber reiten und Auto fahren verglichen, deshalb werde ich jetzt mal so formulieren: das Pferd, ebenso wie das Rad und das Auto, dient dem Menschen zur Fortbewegung, zur Kraftmultiplikation. Wenn ich mit einem Auto, mit einem Rad oder mit einem Pferd unterwegs bin, dann gibt das keine Probleme. Je mehr Verkehrsteilnehmer an einem Ort unterwegs sind, desto mehr Probleme treten auf, wenn keine Regeln eingeführt werden, an die sich möglichst gehalten wird. Das führt dazu, dass niemand auf der Autobahn parkt, dass niemand mit seinem Rad bei rot über eine viel befahrene Kreuzung fährt. Natürlich können wir alle Auto fahren und ausweichen, natürlich können wir alle Rad fahren und einem Fußgänger ausweichen. Natürlich kann ich auf der Bahn einem Pferd ausweichen. Aber ist es nicht einfacher, unkomplizierter und vor allem SICHERER, wenn ich die Regeln versuche einzuhalten?
Als letztes gebe ich zu bedenken: Ich wurde darauf hingewiesen, dass ich diese Probleme wohl habe, weil ich mich fühle als ob/ mir denke, dass mir der Hufschlag alleine gehört. Wie der Radfahrer, der rücksichtslos sei, weil er zwar dem Fußgänger, der auf dem Radweg läuft, ausweicht, aber dennoch denkt 'naja, der gehört eigentlich auf den Bürgersteig'. Was habe ich falsch verstanden??? Wo habe ich mich unklar ausgedrückt??? Ich wünsche mir gerade mehr Rücksicht von allen, Rücksicht auf arbeitende Reiter und Pferde, Rücksicht auf Anfänger, aber auch Rücksicht für gute Reiter, die gerade galoppieren oder eine besondere Übung machen...
Ich habe mal im Internet nachgeschaut, wieso Bahnregeln und wieso nicht. Hier ein paar Ergebnisse:
„Die Bahnordnung gewährleistet, dass die Reiter auf Übungsplätzen und in Reithallen gemeinsam ohne gegenseitige Behinderung üben und trainieren können.“
„Vor dem Betreten einer Reitbahn, bzw. vor dem Öffnen der Tür vergewissert sich der Eintretende mit dem Ruf ,, Tür frei“ und durch Abwarten der Antwort des in der Bahn befindlichen Reitlehrers oder Reiters ,,Tür ist frei‘~ dass die Tür gefahrlos geöffnet werden kann. Das gleiche gilt für das Verlassen der Bahn.“
„„Verkehrs“-Regeln für das Reiten in Reithallen oder auf –plätzen, um Unfälle zu vermeiden:“
Ich habe mich jetzt mit der Situation arrangiert, so wie sie ist. Mehr als meine Bedenken und Wünsche und Anregungen äußern kann ich nicht, und da ich auch mich ausdrücklich in den Kreis eingeschlossen hatte, an den ich die Bitte richte, fühle ich mich nicht rücksichtslos oder skrupellos.
Ich habe jetzt, nachdem ich mich damit abgefunden habe, fast ein Gefühl der Freiheit. Ich muss kein schlechtes Gewissen mehr haben, wenn ich aus Versehen jemanden ausgebremst habe, ich muss kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich nur für mich gedacht habe, nicht auch noch für die anderen mit. Also hat für mich die ganze Diskussion in der Tat einen guten Abschluss gefunden und ich lache drüber. Schneller als erwartet.
jeudi 12 juillet 2007
Tag 25 - Mira
Kurz zusammengefasst - es läuft nicht gut. Sinngemäß, er läuft vorwärts im Viereck beim Freilauf, er läuft vorwärts bei den anderen unterm Sattel, aber er läuft nicht vorwärts unter mir. Mein Sitz, mein Gerteneinsatz, vielleicht meine Einstellung, oder selbsterfüllende Prophezeiung, ich weiß es nicht. Als ich ihn im Schritt soweit habe, trabe ich an, denn ich habe ein gutes Gefühl, außerdem habe ich kurz zuvor gelesen: "Das Pferd überträgt pro Minute 110 multidimensionalle Schwingungsimpulse auf den Reiter. Das Erstaunliche ist, dass diese Bewegungen genau jenen gleichen, die ein Mensch beim aufrechten Gehen ausführt. Eine solche Ganzkörper-Stimulierung aller Muskeln und Gelenke einschließlich des Gehirns lässt sich durch keine andere motorische Behandlung erzielen." Also los, kann ja nur gut sein. Es klappt ein bisschen weniger schmerzfrei als beim letzten Mal, leider fängt der Rückenmuskel sehr schnell wieder an zu schmerzen. Ich versuche durchzuhalten, aber leider kann ich nicht richtig sitzen, mache noch mehr Fehler, kann mich gar nicht koordinieren beim Leichttraben, alles geht den Bach runter. Mira geht nicht vorwärts, und ich muss Sophia bitten, ihn nochmal zu reiten, damit er nicht am nächsten Tag lahm läuft.
Ich einige mich mit mir selber, und auch Frau Sander schlägt das anschließend vor, dass ich bis auf weiteres im Schritt bleibe.
Geholfen hat mir abschließend eine Trockenübung, die ich mal hätte früher machen sollen. In Reiterhaltung gehen auf dem Boden, also Beine auseinander stellen und Oberkörper so aufrichten, wie ich das auf dem Pferd machen würde. Jetzt kann ich genau zeigen / fragen / spüren, wie weit das Kreuzbein vor soll, und ich kann auch weiter fragen, denn wenn ich das Kreuzbein so weit vorschiebe, wie ich es jetzt machen werde, dann habe ich das Gefühl, einen Buckel zu machen. Den Buckel beseitigt man durch Heben von C8; ich soll mich erstmal auf das Kreuzbein konzentrieren. Das ist Hilfe, wie ich sie brauche.
Ganz wichtig finde ich folgenden Gedanken: Frau Sander wundert sich, warum Miras linkes Hinterbein schwach wirkt, und ich berichte, dass auch bei Anisette das linke Hinterbein auf der linken Hand erst wieder an sich erinnert werden musste... Frau Sander vermutet eine Spiegelung meinerseits und fragt mich nach meiner Hüfte, ob die vielleicht einen Schiefstand hat. Schließlich stellt sie nach einem kleinen "Test" fest: meine linke Rückenseite ist stark verkürzt. Ich werde also an meinem Rücken mehr arbeiten. Sophia hat mir eine Übung gezeigt. Das geht auch nicht von heute auf morgen; aber ich bin optimistisch.
Tag 25 - Anisette
Ich frage mich, ob das Singen bei mir das gleiche bewirkt hat wie bei Rahel das Winken mit 2 Händen. Man macht etwas anderes und promt klappt das erste, weil man sich nicht mehr fixiert hat auf etwas, das deshalb nicht klappt... Das scheint mir nicht nur beim Reiten zu klappen.
Tag 24 - Mira
... aber der Wurm zieht seine Runden... Sophia und ich haben ausgemacht, dass sie mich heute mit Mira unterstützen wird. Ich habe sie gebeten, mal neben mir zu laufen und mir Hinweise in den jeweiligen Situationen zu geben, auf was ich beim Pferd achten muss. Zum Beispiel hatte ich immer noch nicht das „Schulter vor“ verstanden; sie hat mir jetzt mit ihren Schultern und dem Hinweis, von wo ich wie gucken kann, erklärt, wie es aussehen sollte. Das hat dazu geführt, dass ich zum ersten Mal bewusst auf die Schulterbewegung des Pferdes geschaut habe, während ich drauf saß und endlich gemerkt habe, wovon die anderen sprechen!
Vor dem Reiten steht aber Führen und Freilauf. Mira scheint zu spüren, dass ich mich ganz doll auf diese Einheit freue, und ich bin ansteckend. Er geht richtig super, er geht vorwärts, das innere Hinterbein ist immer unter dem Schwerpunkt, er trabt mit wunderschönen Schritten, ich kann erkennen, dass er in Haltung gegangen ist... Auch der Galopp sieht weich und flüssig und entspannt aus... Ich freue mich noch mehr auf 's Reiten! Noch ein kurzer Auflug zur Weide, weil die anderen nicht wieder von der Weide kommen – da wollen die Pferde nicht, die haben sich zu einem Freilauf auf der Weide entschlossen, das bedeutet für mich: freie Bahn mit Mira! Keiner, der im Weg steht, keiner, der sich schneller den Sattel geschnappt hat, alles schön und in Ruhe.... herrlich! Dann kommt die nächste Unterbrechung: zunächst wird Rahel auf Mira geführt. Das ist einerseits schade, weil Mira und ich in den Startlöchern schon mit den Hufen scharren, andererseits macht es unglaublich Spaß, dem kleinen Mädchen die Freude über das Reiten und die Pferde anzusehen... Und ich kann mit ein paar kleinen Tricks („Klatsch mal in die Hände, dann weiß Mira, dass er was gut macht“ und „spiel mal Vogel, breite deine Arme aus“) Rahel dazu bringen, sich nicht mehr an der Mähne festzuhalten. In mir steigt Freude auf, ich bin doch durch und durch Lehrerkind! Leider wird die Freude auch getrübt, je länger wir unsere Runden ziehen, desto mehr meldet sich mein Rücken, der bis dahin ruhig war, ich hatte ihn auch wirklich viel geschont und ihm viel Wärme gegönnt... Jede Runde mehr sagt er mir, dass er das viele Laufen durch den Sand gar nicht gut findet, und jede Runde mehr beschließe ich, das zu ignorieren, denn Rahel freut sich so, und ich will ja auch nicht zickig wirken... Ein Fehler, wie sich später zeigt.
Zunächst kommt noch ein weiteres Problem auf mich zu: Ich sitze auf Mira, und die Störungen sammeln sich: an einer Stelle bleibt Mira (verständlicherweise) immer wieder stehen, weil da 3 oder 4 Leute mit Möhren in der Hand sind. An der nächsten Stelle zappelt Ali hin und her, und schließlich arbeiten da 2 Leute an ihm, was aber zur Folge hat, dass immer einer inklusive weiterem Pferd auf dem Hufschlag quer steht. Immer wieder ausweichen, immer wieder bitten, dass der Hufschlag frei gegeben wird, immer wieder Mira klar machen, dass da zwar gerade eine Versammlung ist und alles durcheinander, wir aber weiter müssen... Dann wird auch in der Reitbahn gespielt, ich muss mir also zusätzlich aufpassen, ob gleich ein oder 2 Kinder auf den Hufschlag bzw mir vor das Pferd springen.... Hinzu der Frust von mir, die „gestorbene Hoffnung“, alleine und störungsfrei mit Mira und Sophias Hilfe arbeiten zu können...
Irgendwann reicht es; ich halte an, hole tief Luft, und versuche, die Schalter auf Null zu drehen, dann machen Mira und ich eine Runde, wo wir alles abschütteln und den Leuten zurückgeben, von denen wir was aufgenommen haben (auch, wenn die gar nichts dafür können, das ist ja mein Problem; aber einfach, dass ich mich befreie von meinen routierenden und sich ärgernden Gedanken...) . Das hilft, wir gehen beide befreiter. Und als Frau Sander vorschlägt zu traben, bin ich dabei, denn ich wollte heute eh wieder mit traben anfangen, und Mira und ich waren ja auch voller Elan. Wir traben an, und – Luft bleibt mir weg, ich kann nicht sitzen, nicht stehen, ich weiß nicht, wie ich mich halten soll, wenn er weiter läuft, ich weiß nicht, wie ich mich halten soll, wenn er anhalten wird.... Ich bin überhaupt nicht mehr Herr meines Körpers, das einzige, was ich schaffe, ist, die Schmerzenstränen zurückzuhalten. Ich bin sauer auf mich, ich habe doch gemerkt, wann es dem Rücken zu viel wurde. Und ich bin auch sicher, dass auch das ganze Drumrum sich auf meinen Rücken gelegt hatte. Schließlich gibt es Situationen, wo mein Rücken schmerzfrei ist, und dann gibt es Situationen, wo ich ihn spüre, und da auch in unterschiedlichen Stärken. Ich bin auch da sauer auf mich; hätte ich mal gleich was gesagt, wenn mich was gestört hat; schließlich kann ja keiner böse auf mich sein, wenn ich ihn ruhig bitte, mit seinem Pferd vom Hufschlag zugehen oder woanders zu spielen....
Lange Rede, kurzer Sinn, ich habe meine Fehler erkannt und werde es hoffentlich beim nächsten mal besser machen. Nur, wie ich bis dahin mit meinem Rücken weiter mache und ob vielleicht ein Besuch beim Physiotherapeuten sinnvoll wäre, muss ich für mich noch klären... Vielleicht eine professionelle Massage.....
Tag 24 - Pinocchio
Auch heute ist der Wurm drin! Pinocchio steht auf der großen, schönen Weide, und als wir uns erblicken, stelle ich fest, dass er üble Verrenkungen mit seinem Unterkiefer macht. Ich bekomme zunächst einen Schrecken – Holzstachel im Maul? Zahnschmerzen? War gestern mit dem Mundstück und ihm was passiert? Dann werd ich schlagartig ruhiger. Diese Bewegungen ausführen bedeutet Arbeiten an einem Problem in der Hinterhand, also macht Pinocchio gerade etwas richtig Gutes! Ich kann ihn gut einfangen und er begleitet mich anstandslos zum Putzplatz, doch da wird dann seine Unruhe spürbar, nur ein weiteres und dazu noch „fremdes“ Pony auf dem Platz... Er wieherte und rief und war ganz aufgeregt...
Ich habe mit ihm die Wendungen auf dem Putzplatz gemacht, und ihn anschließend auch außerhalb auf dem Reitplatz noch mal Wendungen machen lassen. Dann steige ich auf. Er läuft bedeutend zügiger als üblich, wiehert viel, aber er sucht auch sehr viel Kontakt zu mir, und das freut mich. Es ist, als ob wir heute mal über eine freundlich-unverbindliche Art des Umgangs hinaus gegangen sind.. Seine Ohren sind viel zu mir gerichtet, er ist sehr aufmerksam, wenn ich mit ihm rede... Auch wenn ihm die anderen Pferde fehlen und auch wenn die anderen Arbeiten auf dem Platz störend sind, ich freue mich. Hinzu kommt, dass er zum ersten Mal seit mehreren Tagen sehr viel kaut und ich sogar, obwohl ich oben sitze, seine Zunge sehen kann, weil er sich das Maul schleckt...
Da inzwischen Sophia und Walk-On-Top beschließen, die Arbeit zu beenden und wieder zur Weide zu gehen, steige ich ab und bringe Pinocchio mit auf die weide. Eigentlich wollte ich noch länger arbeiten und auch mal wieder traben, aber dann denke ich mir, es ist sinnvoller, jetzt gemeinsam auf die Weide zu gehen, und schließlich haben wir 2 Erfolge: Pinocchio und ich haben einander angenähert, und er hat ganz viel gekaut! Sein Kiefer ist auf dem Rückweg völlig normal, wir waren also erfolgreich! Und schließlich hab ich ja noch Mira....
mercredi 11 juillet 2007
Tag 22, 23, 24
Vorbereitet sicher durch all das Ausprobieren der verschiedenen Rückenpositionen, durch das Verspannen (von Muskeln und Geist) meinerseits, durch das Erzwingen wollen, sei es Sitz, Erfolg, Fortschritt. Dadurch ignoriere ich komplett meine körperlichen und psychischen Signale, und irgendwann ist es dann soweit, alles streikt - Körper, Geist, Pferd. Der schlaue Mensch denkt nach, reagiert, der andere wartet kurz, macht dann ungebremst weiter, bzw ignoriert gesunde Haltungen etc... Kurz und gut, mit einem kaputten Rücken, und sei es auch nur eine kurze Phase der Muskelverspannung, dann noch falsch heben, und ich brauch mich nicht wundern. Der Vorteil: ich atme durch, als es wieder geht, wundere mich, wieso der Rücken Atemprobleme bringen kann, lese endlich mal über die Geheimnisse des Körpers nach, die doch eigentlich keine sind.... weiß nun, wozu das Zwerchfell gut ist - der wichtigste Atemmuskel, und die Verbindung zum Rücken ist auch geklärt... warum braucht es solche Vorfälle, um das Interesse am EIGENEN Körper zu wecken? Gefolgt von großer Bewunderung - was der Rücken nicht alles leistet.... Mir war das schon mal klar, leider war diese Erkenntnis mir damals wohl nicht ins Herz übergegangen.... Und auch hier wieder zweigeteilt: was er körperlich leistet, aber auch: sich aufladen, mit sich tragen, Lasttier sein... das alles geht über den Rücken, psychisch.... Was für eine zentrale Rolle, und doch so oft übergangen, schlecht behandelt...
Die Lösungen sind unterschiedlich, zunächst Feldenkrais, um bestimmte Bewegungen wieder bewusst wahrzunehmen, evt erstmal wieder zu aktivieren... Ich stelle beispielsweise fest, dass meine Schultergelenke nicht das leisten, was sie leisten sollen und können, ich habe sie aus bestimmten Gründen blockiert, und jetzt möchte ich sie wecken... vieles arbeitet nicht so, wie es geplant war... aus verschiedenen Gründen, die noch zu erörtern sind... Aber auch: Muskelaufbau. Wenn der Rücken schwach ist, muss die Bauchmuskulatur gestärkt werden... Und, nicht zu vergessen: Psychohygiene: was will ich weiter tragen was lade ich ab? Wie komme ich klar mit dem, was hier auf mich einstürmt?
Das klingt jetzt alles ein bisschen undefiniert, finde ich... Das wird in den nächsten Tagen genauer. Für jetzt lässt sich festhalten: Ich habe nur einen Körper, auf den sollte ich achten und ihn gut behandeln. Ich sollte ihn gut behandeln, weil ich mich mit ihm fortbewege, aber auch, weil meine Seele gerne darin wohnen soll.... Ich sollte Signale meines Körpers nicht übergehen (dazu mehr im nächsten Post), muss aber auch hier (wie auch in der Arbeit mit Pferden) das gesunde Maß finden zwischen Fordern und Schwächen akzeptieren, zwischen Training und Pausen, zwischen Anstrengung, die einen weiterbringt, und Überforderung, die blockiert, unterscheiden....
dimanche 8 juillet 2007
Tag 21 - Mira
Sophia sagt, Mira hätte, als ich angehalten habe und abgestiegen bin, sehr zufrieden mit sich ausgesehen, ich denke, das kann er auch sein ;-)
Ganz zum Tagesabschluss habe ich mit dem "Kindergarten" noch einen Freilauf gemacht. Das war alleine nicht so ganz einfach, denn die 4 Pferde haben sich teilweise ziemlich gut verteilt, aber ich habe sie dann doch noch alle in Schwung bekommen. Begeistert bin ich von Mira, der ist so herrlich in Haltung gegangen und getrabt wie ein Hengst, der gerade eine Stute erblickt...
Während ich überlege, ob ich noch schreiben soll, dass Sophia auf ihm einige Runden ohne Sattel geritten ist und feststellte, "2 Runden ohne Sattel auf Mira und die Rückenschmerzen sind weg!", fällt mir auf: auch ich habe heute auf Mira keinerlei Verspannungen in meinem Rücken gespürt, geschweige denn bekommen!! Ein guter Tag!
Tag 21 - Anisette
Ich habe Anisette zunächst mit Gerte geführt und auch oft ihr jeweiliges inneres Hinterbein angetippt. Das hat gut und ruhig geklappt.
Im Freilauf war Anisette heute nicht ganz sie selbst. Sie war wieder bedeutend aufgeregter, hat 3x geäppelt, hat den anderen Pferden nachgewiehert... Sie hat auch immer wieder Richtung Weiden gewittert und immer wieder versucht, über den Zaun zu gucken... Trotzdem hat sie jedes Mal sofort reagiert, wenn ich das Signal zum Handwechsel gegeben habe, und der Vorteil ihrer Aufgeregtheit: sie ist nicht so viel geschlichen, ich konnte sie dazu bringen, im Schritt auch mal nicht einzuschlafen!
Tag 21 - Flitzer
Ich habe versucht, weiter seine Schritte zu analysieren. Ich glaube, der Trab auf der linken und rechten Hand unterscheiden sich wie folgt: auf der linken Hand tritt er ganz, ganz oft DIREKT mit den Hinterhufen in die Abdrücke der Vorderhufe. Wenn das nicht der Fall ist, sind die Abdrücke der Hinterhufe ganz leicht nach links verschoben. Auf der rechten Hand tritt er kaum in seine Vorderhufabdrücke, und sein gesamtes Hinterteil scheint nach außen zu schwingen / zu drücken. Seine beiden Hinterhufabdrücke sind sehr, sehr oft und v.a. ganz massiv weit nach außen (also nach links) versetzt. Ich hoffe, ich hab das richtig beobachtet und jetzt richtig und verständlich festgehalten.
Tag 21 - Pinocchio
So wie hier auf dem Bild soll es NICHT aussehen, daran habe ich heute u.a. gearbeitet!Mit Pinocchio bin ich heute vor dem Reiten in den Freilauf gegangen. Ich bin der Meinung, der hat ihm gut getan. Er hat beim Freilauf gut mitgearbeitet und auch schön abgeschnaubt. Außerdem konnte ich sehr viel besser seine Hinterbeine ansprechen. Besonders schön war, dass er sogar seine Zunge gelockert und sich das Maul abgeleckt hat.
Beim Reiten habe ich mir folgende Ziele gesetzt: 1) Ich setze mich nicht unter Druck. Wenn was klappt, schön, wenn nicht, dann bin ich noch nicht so weit, dass ich alles weiterleiten kann, da werde ich aber schon hinkommen, wenn ich mich nicht unter Druck setze. 2) Ich versuche, so gut es geht, die Längsbiegung in den Kurven hinzubekommen, aber auch hier gilt, wenn ich es nicht schaffe, nicht verzweifeln. Herausfinden, ob es etwas ist, was ich spontan ändern kann (z.B.: wenn es an meiner Aufmerksamkeit lag, aufmerksamer werden...). Wenn ich es nicht herausfinde, dann muss ich es für den Moment akzeptieren, denn verzweifeltes Probieren meinerseits bringt das Gegenteil des gewünschten Ergebnisses. 3) Ihn so gut wie möglich zum Kauen zu bringen.
Was habe ich geschafft? Ich denke, meine größte Leistung war heute, selber ruhig zu bleiben. Ich habe oft die Längsbiegung in den Kurven herstellen können. Reicht es, dass ich die Wimpern genau erkennen kann des Pferdes, oder muss ich richtig das Auge "schimmern", glänzen sehen? Wenn die Wimpern reichen, dann hab ich es noch öfter geschafft. Nicht immer, und das lag an verschiedenen Dingen. Manchmal weiß ich es nicht, manchmal war es, weil ich mich hab ablenken lassen von einem entgegenkommenden Pferd, oder weil Fiona gefährlich dicht an Pinocchio kam, oder weil ich anderen bei ihren Gesprächen zuhörte. Also denke ich, dass da noch viel verbessern kann, indem ich meine Konzentration schule. Ein anderer Punkt: wenn ich mich beobachtet fühle. Dann geht auch viel daneben, ich werde unsicher, weiß nicht, was der andere gerade denkt, grübel darüber und versuche gleichzeitig, alles noch mal zu optimieren, und dann geraten Pferd und ich ins Wackeln. Da werde ich versuchen, sicherer zu werden. Wenn der andere meine Fehler sieht, kann das ja nur gut sein, denn dann kann ich auf sie aufmerksam gemacht werden.
Ich habe mir große Mühe gegeben, an den Ringfinger zu denken und ihn immer wieder zu bewegen, auch in der Hoffnung, das Kauen zu aktivieren. Letzteres habe ich dadurch zu verstärken gesucht, indem ich öfter angehalten habe und erst dann weiter geritten bin, wenn Pinocchio kaute. Zunächst hatte ich Schwierigkeiten, ihn zum Halt zu bringen, wahrscheinlich auch deshalb, weil ich mich stark darauf konzentrierte, nicht mit meinem Rücken nach hinten zu fallen. Aber eine Kurzerinnerung an alles Wichtige, dann lief es immer besser. Ich habe gemerkt, dass er zum Schluss deutlich mehr gekaut hat als bei meinen letzten Ritten.
Eine gute Längsbiegung, das Kauen und ein zufriedenes, wenn auch leises Schnobern habe ich zum Anlass genommen, unsere Arbeit zu beenden.
Ein weiterer Erfolg: ich hatte auf Pinocchio keine Rückenschmerzen. Beim Aufkommen als ich Abgestiegen bin, habe ich zwar gemerkt, dass mein Rücken immer noch verspannt ist, aber lange nicht so wie vorher!
Tag 19 - Mira
Als ob mich das Pferd verstanden hätte.... Es ist ein bisschen so, als ob er vorher gefühlt hat, dass ich so viel auf meine Seite kämpfe und erwarte und ändern will, aber eben nur auf meiner Seite. Wir sind aber 2 Seiten einer Medaille, die Pferde- und die Menschenseite, und wir können nur gemeinsam arbeiten und ändern, wir können nicht als Einzelkämpfer durch die Arbeit gehen. Es ist, als ob er meint, bisher hast du alleine gekämpft, ich war egal, ich war nicht da in deinen Augen. Jetzt hast du mich gesehen und mich um Hilfe gebeten, also kann ich jetzt wieder mit dir gemeinsam arbeiten, denn jetzt willst du nicht mehr nur alleine was machen, das evt noch gegen mich ist.
Mira und ich ziehen unsere Runden auf dem Hufschlag, nur ein einziges Mal senke ich ganz leicht die Gerte, ansonsten kommt er gar nicht auf die Idee, wo anders lang zu laufen als auf dem Hufschlag. Er ist ein bisschen langsam, aber das finde ich für den Moment nicht schlimm, denn mein Ziel war, mit Mira im gegenseitigen Respekt auf dem Hufschlag die Runden zu drehen und ihn zu spüren. Und das schaffen wir! Mira kaut sogar wieder! Als er auch noch tief und zufrieden abschnaubt, beende ich unseren Ritt. Schöner kann man in dem Fall nicht aufhören!
Tag 19 - Anisette
Anisette und ich hatten heute in den ersten 3 Runden Schwierigkeiten, unsere übliche Routine zu finden. Sie hatte großen Bewegungsdrang, wollte weder Schritt noch ruhig auf dem Hufschlag gehen. Ich habe mich dann entschlossen, sie erst mal im Trab einige Runden laufen zu lassen, und dann erst mit unserer Arbeit zu beginnen. Das hat gut geklappt, sie trabte auf mein Signal hin sehr zügig los, schüttelte ihren Kopf viel hin und her, nach einigen Runden wurde sie zusehends ruhiger, und wir konnten beginnen. Sie hat wieder richtig laut abgeschnaubt, ist schön gegangen und hat auf jedes Handwechselzeichen sehr schnell reagiert. Beim Putzen steht sie inzwischen wirklich ruhig, und auch die Decke, mit der ich an ihrem Körper war und die dann eine kleine Weile auf ihre Sattellage lag, hat sie nicht aus der Fassung gebracht, sondern auch die wurde ruhig akzeptiert!
Tag 19 - Flitzer
Flitzer ist ein liebes, freundliches und offenes Pferd, das so lange zur Mitarbeit bereit ist, wie ich die Peitsche nicht an seinen Körper bringe. Da ich das nicht mehr tue, kommen wir in unserer Arbeit gut voran, er ist ruhiger und ausgeglichener im kleinen Viereck. Er verwendet weiterhin auf der rechten Hand einen großen Teil seiner Konzentration auf mich und die Peitsche, aber nicht mehr so, dass ihn das aus dem Konzept bringt. Es ist, als ob er schon weiß, dass ich die Peitsche nur halte, er aber noch nicht ganz loslassen kann.... Ich möchte gerne wissen, was da los ist in seinem Körper....
Gerade habe ich gelesen, dass wir am Montag in der Besprechung auch als Thema haben, wie wir weiter vorgehen mit Flitzer, Hilfe ist gut!
vendredi 6 juillet 2007
Tag 19 - Pinocchio
Schon während ich neben Pinocchio und Frau Sander herlaufe, merke ich, wie viel sich bei Pinocchio verändert. Von der geklemmten Zunge z.B. kommt er Stück für Stück immer mehr ab, fängt er immer öfter an zu kauen, und auch Frau Sander spürt natürlich, wie er sich insgesamt verändert... Außerdem bekomme ich noch viele Tipps, u.a. einen Hinweis zu einem "Machtmittel": ein ganz bisschen nach rechts versetzt auf dem Pferd sitzen, das bewirkt, dass das Pferd die rechte seite und damit auch das rechte Hinterbein ganz anders belastet und aktiviert!
Als ich reite, probiere ich das gleich aus. Außerdem versuche ich, darauf zu achten, immer schön auf die Längsbiegung zu achten. Die geht mir z.B. verloren, wenn mir in der Kurve andere Reiter und ihre Pferde entgegen kommen. Ich erreiche keinen durchgängigen Erfolg, aber für mich viele kleinen Momente, in denen ich spüre, das gerade was geklappt hat, bzw in denen ich spüre, dass ich mit Pinocchio gerade meine alten Muster aufweichen kann.
Auf Frau Sanders Frage, warum nicht alles geklappt hat, ich müsste doch lediglich meinen Ringfinger einsetzen, bin ich zunächst verzweifelt, genau das frage ich mich ja auch, wir kommen aber in einem Gespräch der Sache (vielleicht) ein bisschen auf den Grund. Dazu möchte ich in diesem Post aber noch nichts zu schreiben, aber in mir arbeitet es schon, und sobald ich konkrete Erkenntnisse habe, berichte ich.